„Wer singt, betet doppelt“

Haltern am See, 1. Mai 2026 – Mit einem klangvollen Zusammenspiel aus Gebet, schlesisch-oberschlesischer Tradition und Blasmusik wurde am Freitag die neue Wallfahrtssaison in Haltern am See eröffnet. Die fünfte zentrale Maiandacht der Oberschlesier lockte bei freier Zufahrt überwiegend oberschlesischstämmige Gläubige auf den Annaberg in Haltern am See, nahe Recklinghausen.
Musikalisches Gebet um Frieden
Unter dem Leitwort des heiligen Augustinus, „Wer singt, betet doppelt“, stand das gemeinsame Singen im Mittelpunkt der Feier. Die Andacht wurde gemeinschaftlich von der Landesgruppe NRW der Landsmannschaft der Oberschlesier und der Pfarrei St. Sixtus gestaltet. Pfarrer em. Klemens Emmerich leitete die Andacht, in der insbesondere um Frieden in der Welt zu Maria, der Königin des Friedens, gebetet wurde.
Das zwanzigköpfige Oberschlesische Blasorchester Ratingen unter der Leitung von Andreas Buschmann begleitete den kräftigen Gesang. Es erklangen 14 diözesanübergreifende Marienlieder aus den Bistümern Münster, Essen, Paderborn und Köln sowie aus Oppeln, Gleiwitz und Kattowitz.
Teilnehmer aus Bielefeld, Bochum und Recklinghausen verliehen der Andacht durch das Tragen ihrer heimatlichen Trachten und das Mitführen von Fahnen der LdO KG Unna und Essen und die Bergleutegruppe Recklinghausen einen besonders festlichen Rahmen.
Vorstellung der „neuen“ Klais-Orgel
Ein besonderer Höhepunkt nach der Andacht war die Präsentation der Klais-Orgel in der Annabergkirche. Nach dem erfolgreichen Umzug aus der aufgegebenen Laurentiuskirche in Haltern erklang das Instrument nun mit einem neuen Klangerlebnis. Organistin Elina Semenova stellte die Orgel den interessierten Gästen vor. Zuvor dankte Pfr. Emmerich für Spenden der Jahre 2024 und 2025 für den Orgelumzug, die bei zwei Annaberg Maiandachten und den beiden großen Annaberg Wallfahrten der Oberschlesier zusammenkamen.
Worte des Dankes richtete Landesvorsitzender Andreas Gundrum an Pfr. Emmerich, die rund 250 Anwesenden u.a. Pfr. R. Gruschka und Pfr. M. Mathew von der St. Sixtus Gemeinde. Die Vorsitzenden der Kreisgruppe Bochum, (H. Knopp), Düsseldorf (B. Kusch),Unna (G. Nawroth), Gütersloh (J. Ceglarek) Essen (G.Cebulla/Z.Bock) die Organistin, das Oberschlesische Blasorchester Ratingen mit Dirigent A. Buschmann, Küsterin Ch. Nestola und Ministrant R. Opara mit Gast. Ein besonderes Wort des Dankes galt S. Rauhut und D. Spielvogel von der LM Schlesien für ihre Anwesenheit.
Schon jetzt wies Gundrum auf die 6. Annaberg-Maiandacht am Sonnabend, dem 01. Mai 2027 um 15 Uhr hin. Der Hinweis auf die 79. Annaberg-Wallfahrt am 19.07.2026 (stets am (3. Sonntag im Juli) durfte nicht fehlen.
Da die kleine Annaberg-Kapelle wegen Renovierungsarbeiten derzeit geschlossen ist, konzentrierte sich das geistliche Geschehen auf die Kirche und das umliegende Gelände.
Begegnung und Kultur
Nach dem geistlichen Teil lud die Pilgereinkehrstätte zur Begegnung ein. Bei Kaffee, Kuchen und traditionellen Schmalzbroten ließen die Besucher den Nachmittag gemeinsam mit Gesang zu Akkordeonklängen von Marian Skop ausklingen.
Viele Gäste nutzten den Aufenthalt zudem für einen Rundgang über das geschichtsträchtige Gelände. Zu entdecken gab es unter anderem: Die St. Anna-Stele und den Freialtar, beides Werke des Beuthener Franziskanerpaters Laurentius Englisch. Die Kreuzwegstationen des schlesischen Bildhauers Joseph Krautwald und die Mariengrotte, die zum stillen Verweilen einlud.
Ausblick: 79. Annaberg-Wallfahrt in Haltern
Die gelungene 5. Annaberg-Maiandacht bildete den Auftakt für das weitere Wallfahrtsjahr. Der große Höhepunkt folgt am Sonntag, dem 19. Juli 2026: Dann findet zum 79. Mal die große diözesanübergreifende Annaberg-Wallfahrt in Verbindung mit dem Oberschlesischen Kulturtag statt.
A.Gundrum, Mai 2026