Filmvortrag: „Gloria & Exodus-Geschichte des schlesischen Adels“
Auf Einladung der LdO Kreis-und Ortsgruppe Friedrichshafen e.V. hat am Samstag den 11.04.2026
Gregor Thomen - Vorsitzender - LdO Kreis- und Ortsgruppe Friedrichshafen e.V.
Vortrag über die Geschichte des schlesischen Adels gehalten.
Zunächst begrüßte der Vorsitzende der LdO Gregor Thomen alle Anwesenden.
Hierbei waren wieder zahlreiche Mitglieder, Ehrenmitglieder und Gäste anwesend.Am Anfang hat der Referent Gregor Thomne die einflussreichsten Adelsfamilien in Schlesien vorgestellt. Zu den bedeutesten gehörten:
Hochberg-Pless, ein mächtiges schlesisches Adelsgeschlecht, das
durch Bergbau und Landwirtschaft zu enormem Reichtum kam. Mit Sitz auf Schloss Fürstenstein und Schloss Pless waren sie bis 1945 einer der größten Grundbesitzer Deutschlands. Europäische Geschichte wurde im vergangenen Jahrhundert vor allem durch die Hochzeit der englischen Adeligen Mary Theresa Olivia Cornwallis-West mit Hans Heinrich XV. Fürst von Pless, Graf von Hochberg, damals einem der reichsten Männer Mitteleuropas geschrieben.
Henckel von Donnersmarck, ein bedeutendes österreichisch-schlesisches Adelsgeschlecht, das ursprünglich aus der Zips (heute Slowakei) stammt. Seit dem 16. Jahrhundert in Schlesien ansässig, entwickelte sich zu einer der reichsten Magnatenfamilien, die maßgeblich die Industriegeschichte Oberschlesiens prägte.
Tiele-Winckler, einflussreiches oberschlesisches Adelsgeschlecht, das im 19. Jahrhundert durch Montanindustrie und Großgrundbesitz zu enormem Reichtum gelangte. Bekannt für den Bau von Schloss Moschen, zählten sie zu den reichsten Familien Preußens, wobei Franz Hubert von
Tiele-Winckler (1895 in den Grafenstand erhoben) eine zentrale Rolle spielte.
Ballestrem, ein ursprünglich norditalienisches Geschlecht (Ballestrero di Castellengo), das durch Johann Baptist von Ballestrem 1742 nach Preußen kam. Bekannt für den Aufbau eines mächtigen Bergbau- und Hüttenkonzerns um Plawniowitz und Ruda.
Im Anschluss wurde der Film „Gloria & Exodus-Geschichte des schlesischen Adels“ gezeigt.
Buch/Regie: Andrzej Klamt, Ronald Urbanczyk.
Halbtotal Film GmbH & Co.KG in Kooperation mit der Universität Passau.
Die Dokumentation wirft einen Blick auf die Geschichte der schlesischen Aristokratie zu Zeiten des Kaiserreichs bis in die Moderne und geht der Frage nach, welche Rolle der Schlesische Adel in den bewegten Zeiten des 20. Jahrhunderts spielte und welche Rolle die Nachfahren des Adels heute noch für die Gesellschaft spielen. in Kooperation mit der
In den Erinnerungen der Nachkommen schlesischer Adelsgeschlechter an die Übergänge vom Kaiserreich zur Demokratie und der nachfolgenden Ns-Diktatur sowie an den Untergang der ehemals deutschen Provinzen im Osten nach dem Zweiten Weltkrieg wird schlesische Geschichte lebendig. Der Adel in Schlesien spielte über Jahrhunderte eine zentrale Rolle in der Geschichte Mitteleuropas und fungierte als Brücke zwischen Ost und West sowie Nord und Süd. Als Teil des Heiligen
Römischen Reiches, der Habsburger Monarchie und später Preußens war der schlesische Adel eng mit den kulturellen und politischen Entwicklungen in Deutschland, Polen und Böhmen vernetzt.
Die Adelsfamilien Ballestrem, Henckel von Donnersmarck, Hochberg-Pless, Eichborn, Küster, Wietersheim-Kramsta und Tiele-Winckler stehen stellvertretend für den Anteil des Adels an der Entwicklung der Industrie, der Architektur und dem kulturellen Reichtum in dem geschichtsträchtigen Land an der Oder.
Sie hatten Ihr Reichtum einer gewaltigen Industrialisierung zu verdanken. Um das Jahr 1900 veränderte Schlesien sein Gesicht – die Schwerindustrie prägte die Landschaft nachhaltig. Förder-, Kühl- und Wassertürme, Halden und Schornsteine schossen wie Pilze aus dem Boden und veränderten den Horizont, es entstanden ganze Industriestädte, bestehend aus Kokereien, Hütten und Zechen mit Arbeitervierteln, Kirchen und Verwaltungsresidenzen.
Sie standen im Zentrum dieser Entwicklung.
Jahrzehntelang wurde das Thema des deutschen Adels in Polen tabuisiert. Zur kommunistischen Zeit tilgten die Machthaber alle Spuren, die an die lange deutsche und adlige Geschichte dieser Gegend erinnerten.
Der Film „Gloria & Exodus-Geschichte des schlesischen Adels“ versucht an die vergessenen Adelsfamilien zu erinnern.
Die gelungene Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt durch das gemeinsame Singen von bekannten schlesischen Liedern.
Die Veranstaltung fand im neuen Vereinsraum:
Waldhorn Hotel-Gastronomie, Dornierstr. 2, 88048 Friedrichshafen statt.
Der Vortrag wurde musikalisch mit bekannten Oberschlesischen Lidern umrahmt.
Peter Neugebauer
Schriftführer und Pressereferent
LdO Kreis- und Ortsgruppe Friedrichshafen e.V.